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Heizöltank-Arten im Überblick

Ob zylindrischer Stahltank, schlanke Kunststoff-Batterie oder kugelförmiger GFK-Behälter: Heizöltanks unterscheiden sich nach Material, Bauform, Aufstellungsort und Sicherheitskonzept. Welche Variante zulässig ist und welche Schutzmaßnahmen das Gesetz verlangt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dieser Überblick ordnet die wichtigsten Tankarten ein und verweist auf die jeweiligen Detailseiten.

Die drei Materialgruppen: Stahl, Kunststoff und GFK

Heizöltanks lassen sich zunächst nach ihrem Werkstoff unterscheiden. Jede Materialgruppe hat eigene Stärken und bringt spezifische Anforderungen an Prüfung und Wartung mit.

  • Stahltanks gelten als der robuste Klassiker. Sie werden als liegende, zylindrische Behälter gefertigt (DIN 6608 für unterirdische, DIN 6616 für oberirdische Aufstellung). Daneben gibt es standortgefertigte eckige Kellertanks, die direkt vor Ort aus Stahlblechen verschweißt werden, sowie kleinere werksgefertigte Stahl-Batterietanks. Einwandige Stahltanks benötigen einen wirksamen Korrosionsschutz innen wie außen.
  • Kunststofftanks aus Polyethylen (PE) sind heute der Standard für die Kellerlagerung. Sie korrodieren nicht, sind leicht und werden meist als verschaltete Batterie aufgestellt. Moderne Tanks verfügen über eine Diffusionssperre (koextrudiert oder fluoriert), die den Heizölgeruch im Haus verhindert.
  • GFK-Tanks aus glasfaserverstärktem Kunststoff verbinden die Korrosionsbeständigkeit von Kunststoff mit hoher Formstabilität. Bekannt sind vor allem die kugelförmigen Haase-Tanks, die im Keller einlaminiert oder als Erdtank verbaut werden.

Oberirdisch oder unterirdisch: der Aufstellungsort

Der Aufstellungsort entscheidet maßgeblich über die zulässige Bauweise und die Prüfpflichten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen oberirdischer Lagerung (im Keller oder im Freien) und unterirdischer Lagerung im Erdreich.

Oberirdische Tanks sind sowohl einwandig (mit Auffangraum) als auch doppelwandig (mit Leckanzeige) zulässig. Sie sind im Betrieb gut zugänglich und einfacher zu kontrollieren.

Unterirdische Tanks hingegen sind nach AwSV zwingend doppelwandig auszuführen und mit einem Leckanzeigegerät zu überwachen — einwandige Erdtanks sind nicht mehr zulässig. Sie müssen außerdem regelmäßig durch einen externen, neutralen Sachverständigen geprüft werden, in der Regel alle fünf Jahre, in Wasserschutzgebieten alle zweieinhalb Jahre. Welche Besonderheiten beim Erdtank gelten, lesen Sie auf der Seite zu unterirdischen Tanks.

Einwandig oder doppelwandig: die zwei Sicherheitskonzepte

Hinter den Begriffen einwandig und doppelwandig stehen zwei grundsätzlich verschiedene Wege, einen Ölaustritt zu verhindern. Beide sind zulässig — sie verlangen aber unterschiedliche Schutzeinrichtungen.

  • Einwandig plus Auffangraum: Der Tank besitzt nur eine Hülle. Tritt ein Leck auf, muss eine flüssigkeitsdichte Wanne (gemauert mit Ölschutzanstrich oder als Folie ausgeführt) das austretende Heizöl sicher zurückhalten. Typisch ist diese Bauweise bei standortgefertigten Stahltanks nach DIN 6625 und bei älteren Kunststofftanks.
  • Doppelwandig plus Leckanzeige: Der Tank hat zwei Hüllen mit einem überwachten Zwischenraum. Ein Leckanzeigegerät nach Vakuum- oder Überdruckprinzip schlägt Alarm, sobald eine der beiden Wände undicht wird — also bevor Öl überhaupt austritt. Ein separater Auffangraum ist dann nicht erforderlich.

Ein einwandiger Tank mit rissigem Auffangraum lässt sich häufig durch eine Leckschutzauskleidung aufwerten: Die flexible Innenhülle mit Leckanzeige macht den Tank faktisch doppelwandig, sodass die Sanierung des Mauerwerks entfallen kann.

Keller- oder Erdtank: die gängigen Bauformen

In der Praxis begegnen Eigentümern vor allem einige wenige Bauformen, die sich nach Standort und Material gruppieren lassen.

  • Kunststoff-Batterietank im Keller: Mehrere PE-Behälter werden zu einer Anlage verschaltet. Einwandige Ausführungen stehen in einem Auffangraum, moderne doppelwandige Systeme bringen ihre Auffangwanne bereits mit. Details finden Sie auf der Seite zur Batterietankanlage.
  • Standortgefertigter Stahltank: Der eckige Kellertank nutzt den Raum optimal aus, ist einwandig und benötigt zwingend einen dichten Auffangraum.
  • Zylindrischer Stahl-Erdtank (DIN 6608): Liegend im Erdreich verbaut, heute doppelwandig mit Leckanzeige. Altbestand mit nur einer Wand darf nur mit nachgerüsteter Leckschutzauskleidung weiterbetrieben werden.
  • GFK-Kugeltank: Formstabil und korrosionsbeständig, als doppelwandige Ausführung meist ohne gemauerten Auffangraum.

Schutzgebiete und Hochwasser: verschärfte Anforderungen

In besonders empfindlichen Lagen verlangt die AwSV zusätzliche Sicherheit. Wer einen Tank in einem solchen Gebiet betreibt, sollte die Anforderungen kennen.

In Wasserschutzgebieten gelten verschärfte Regeln nach § 49 AwSV: Während außerhalb von Schutzgebieten der Auffangraum bei mehreren Tanks oft nur den Inhalt des größten Behälters fassen muss, ist hier das gesamte Lagervolumen zurückzuhalten. In bestimmten Schutzzonen ist die oberirdische Lagerung zudem nur doppelwandig mit Leckanzeige zulässig.

In Überschwemmungsgebieten (§ 50 AwSV) müssen Anlagen hochwassersicher sein. Dazu zählen die Sicherung gegen Aufschwimmen mit einer Sicherheit von mindestens 1,3 gegen den maximal möglichen Auftrieb sowie der Schutz von Lüftungs- und Befüllleitungen gegen eindringendes Wasser. Die gesetzliche Nachrüstfrist für Altanlagen in Überschwemmungsgebieten endete bereits am 5. Januar 2023.

Ob Ihr Standort betroffen ist und welche konkreten Maßnahmen sich daraus ergeben, lässt sich belastbar erst nach Sichtung der Anlage und der örtlichen Schutzgebietsausweisung beurteilen. Wir prüfen, dokumentieren und beraten Sie dazu auf Grundlage von WHG, AwSV und der einschlägigen technischen Regeln (TRwS 791, TRÖl).

Gut zu wissen

Welche Heizöltank-Art ist die beste?

Eine pauschal beste Tankart gibt es nicht. Die richtige Wahl hängt von Aufstellungsort, verfügbarem Platz, Lagervolumen und der Lage des Grundstücks (etwa Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet) ab. Im Keller sind doppelwandige Kunststoff-Batterietanks weit verbreitet, im Erdreich kommen zylindrische Stahltanks oder GFK-Behälter zum Einsatz. Belastbar lässt sich die geeignete Lösung erst nach Sichtung der konkreten Gegebenheiten beurteilen.

Muss ein Heizöltank immer doppelwandig sein?

Nein, nicht zwingend. Oberirdisch sind einwandige Tanks zulässig, sofern sie in einem dichten Auffangraum stehen, der das gesamte austretende Heizöl zurückhalten kann. Unterirdische Tanks müssen dagegen nach AwSV grundsätzlich doppelwandig sein und mit einem Leckanzeigegerät überwacht werden. In bestimmten Wasserschutzzonen kann auch oberirdisch eine doppelwandige Ausführung vorgeschrieben sein.

Was ist der Unterschied zwischen Auffangraum und Leckanzeige?

Ein Auffangraum ist eine flüssigkeitsdichte Wanne, die bei einwandigen Tanks austretendes Heizöl im Schadensfall zurückhält. Eine Leckanzeige hingegen überwacht den Zwischenraum doppelwandiger Tanks und meldet eine undichte Wand, bevor Öl überhaupt austritt. Beide Konzepte sind zulässig — doppelwandige Tanks mit Leckanzeige benötigen keinen zusätzlichen gemauerten Auffangraum.

Kann ein alter einwandiger Tank weiterbetrieben werden?

Häufig ja. Ein einwandiger Stahltank lässt sich durch den Einbau einer Leckschutzauskleidung — einer flexiblen Innenhülle mit Leckanzeige — faktisch zum doppelwandigen Tank aufwerten. Damit kann ein beschädigter Auffangraum entfallen, und der Tank darf weiterbetrieben werden. Ob das für Ihre Anlage in Frage kommt, klärt eine Sichtung vor Ort.

Wolfgang Richter GmbH · NRW

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